Der animalische Menschen-Zoo. Faktenorientierte Fiktion oder fiktiver Fakt?

Sie sind sicherlich auch schon einmal mit animalischen Menschen, einer Unterart des Homo Sapiens, konfrontiert worden. Gemeint sind die noch seltenen, aber sich besorgniserregend rapide vermehrenden Arten des „Pfandflaschensammlers“, „Straftäters“, „Punks“ und „Frührentners“. Zu finden sind die Exemplare der Rand-Spezies in vornehmlich städtischen Problembezirken, sowie in öffentlichen Gebäuden wie Hauptbahnhöfen und Einkaufszentren. Hier treffen sie auf ihresgleichen und schließen sich oftmals zu einem, für die Menschheit nicht ungefährlichen, Rudel zusammen. Es handelt sich bei diesen Arten ebenfalls um Säugetiere, wobei einige Individuen in Hinblick auf ihre Jagdinstinkte noch gänzlich unerforscht sind. So sind im Falle eines Aufeinandertreffens mit einem Exemplar der Art „Frührentner“ die Verhaltensstrukturen nicht mit Gewissheit abzuschätzen. Der noch niedrige Forschungsstand begründet sich unter anderem in dem Sachverhalt, dass die Frührentner ihren Lebensraum, der sich auf das Wohnungs-eigene Sofa, ähnlich wie bei der verwandten Gattung der „Hartz IV-Empfänger“ beschränkt, nur in sehr seltenen Fällen verlassen. Ein hierzu konträres, genetisch-bedingtes Verhalten legt der „Straftäter“ an den Tag, der unaufhörlich durch sein urbanes Revier streift und sich täglich an neue einsame, schwache Opfer unserer Gattung heranpirscht. Ebenfalls unter freiem Himmel anzutreffen ist die sowohl rebellische, als auch gesellige Art des „Punks“, die sich für gewöhnlich in Fußgängerzonen mit Hunden zu einem Rudel zusammenschließen. Zu erkennen ist diese Gattung an ihrem auffälligen, bunten Körperschmuck und ihrer provozierend-exhibitionistischen, Gruppen-dynamischen Verhaltensweise.

Die Causa „Randgruppen“ betreffend, warnen sowohl Wissenschaft, als auch Regierung vor zu nahem, zwischenmenschlichem Kontakt und weisen die Eltern mit Nachdruck dazu an, ihre Kinder vor möglichen, animalischen Übergriffen zu schützen. Um die vertiefende Forschung dieser Arten zu ermöglichen und somit die Bildung unserer Nachkommen zu fördern, hat der Hamburger Senat den Bau eines „Human Zoos“ veranlasst. Die Umsiedlung der Spezies soll nicht nur dem biologischen Wissensstand und Schutz unsereins zugutekommen, sondern auch Brennpunkte wie den Hamburger Wohnungsmarkt und die fortschreitende Verschmutzung städtischer Grünflächen entlasten. Darüber hinaus soll auf diese Weise das Menschheits-gefährdende Problem der Unterarten-Vermehrung behoben werden. Kinder in ganz Hamburg freuen sich bereits jetzt auf die Ausweitung der Artenvielfalt durch das innovative Zoo-Konzept. „Ich freue mich schon darauf, einen Flaschensammler mit Pfand zu füttern!“, strahlt der achtjährige Timo aus Winterhude. Amelie, 14 Jahre aus Eppendorf, erzählt aufgeregt von ihrem Vorhaben, einem Exponat der Art „Hartz IV-Empfänger“ die BILD-Zeitung vorzulesen.

Nehmen auch Sie Ihre Kinder mit und erleben Sie gemeinsam ein spannendes Abenteuer in die Abgründe der Unterarten des Menschen. Entstehen wird der animalische Menschen-Zoo bald schon in direkter Nachbarschaft mit „Hagenbecks Tierpark“. Im Gegensatz zu diesem wird das Füttern im „Human Zoo“ erlaubt sein.

mehr zum Thema „Human Zoo“:

Interview mit den Machern https://liveartfestival.wordpress.com/2013/06/08/human-zoo-wunsch-und-intention-der-macher-2/

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s