Drei Monate Deutschland – dann war das Geld weg

Der New Yorker Performance-Künstler Neal Medlyn gilt als „Paris Hilton der Performance-Szene“. Im Interview mit Jan Werum spricht der preisgekrönte Künstler über seine zwei Jobs, die ihm sein Leben im teuren New York finanzieren, seine Zeit in Berlin und seine Performance, die er als wahres Feuerwerk beschreibt.

Ein Texaner, ein Bär und Britney Spears

DSC_0145© Jan Werum / Neal Medlyn auf dem Live Art Festival / 2014

Gesellschaftskritik getarnt als Pop-Konzert: Der preisgekrönte Performance-Künstler Neal Medlyn zieht auf Kampgnagel alle Register und beweist, warum er einer der Höhepunkte des Live Art Festivals ist.

Schräge, traurige Klaviertöne erfüllen die gut besuchte Halle. Es dauert einige Sekunden, bis man die Töne als Britney Spears Song „Everytime“ identifiziert. Der New Yorker Performance-Star Neil Medlyn steht unauffällig, in ein weißes Nachthemd gekleidet, neben der Bühne. Soweit wie in Spears Videoclip zu „Everytime“ kommt es nicht (sie verübte Suizid in der Badewanne). Die Stimmung ist gleich zu Anfang auf dem Tiefpunkt, als Medlyn das Publikum auffordert an eine Zahl zwischen Eins und Zehn zu denken. „Ist es die Drei?“ Kopfschütteln im Publikum. „See y´all I am magic“ ruft Medlyn und freut sich wie eine Teenie-Göre, die zwei neue Likes auf ihr Profilbild bekommen hat.

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